The Armageddon Rag
von George R. R. Martin. – Spectra Books, Reprint Edition, 30. Januar 2007. – Paperback, 384 Seiten. – ISBN-10: 0553383078, ISBN-13: 978-0553383072. – ca. 12,- EUR. – Sprache: Englisch.
Inhalt von The Armageddon Rag
Sandy Blair, ein ehemaliger Musik Journalist und jetziger Autor, kommt mit seinem vierten Roman nicht weiter. Als jedoch der frühere Manager der Kult-Rockband The Nazgûl aus den 60er Jahren in einem okkulten Ritual umgebracht wird, heuert ihn sein ehemaliger Boss eines Musikmagazins an, um über diesen Mord zu berichten. Bald ist Sandy immer tiefer in die Geschichte von The Nazgûl verstrickt, die ihn auch immer tiefer in seine eigene verlorene Jugend in den 60er Jahren zurückführt. Ein rätselhafter Bandpromoter will die Band wieder zusammenführen und ein Comeback der legendären The Nazgûl organisieren. Allerdings wurde der Leadsänger der Band vor rund 20 Jahren erschossen. Dies stellt aber kein nennenswertes Hindernis für den Promoter da, da nach dem Armageddon immer die Auferstehung folgt…
Review von The Armageddon Rag
Liebeserklärung an die Musik der 60er
Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Musik der 60er Jahre. George R. R. Martin schafft es perfekt eine Band zu erschaffen, bei der es einem soooo leid tut, dass es The Nazgûl nicht gegeben hat. Fast meint man, die The Nazgûl zu kennen. Man war halt einfach zu jung und noch nicht geboren, als sie ihre legendären Konzerte gegeben haben. Martin beschreibt die Musik so eindrucksvoll, man kann sie fast hören und fühlen. Die gewaltigen Schlagzeugrhythmen, die kreischenden Gitarrensoli, das Hämmern der Bässe, die eindrucksvolle Stimme des Albino Leadsingers. Er beschreibt die Songs, die Plattencover, die Plakate, die Auftritte und alles fühlt sich echt an, so als hätte es diese Band gegeben. Dies wird noch verstärkt, weil “echte” Bands dieser Zeit und ihre Songtexte in die Geschichte eingewoben sind – Jimi Hendrix, Jim Morrison, Janis Joplin, Simon and Garfunkel, The Beatles, The Rolling Stones, um nur einige zu nennen.
Detektivstory – Erkenntnisroman – SciFi
Die Geschichte beginnt anfangs als eine Detektivstory, die zurück in die Musikgeschichte der 60er Jahre geht. Bald ist es jedoch Geschichte, die sich nicht nur um die Band dreht, sondern um die ganze Babyboom Generation, die erwachsen geworden ist und in der Gegenwart (im Buch sind das die 80er Jahre) keinen Platz mehr für Ideale und Hippies ihrer Jugend findet. Am Ende wird die Geschichte dann ein klein wenig SciFi-mäßig, aber nicht wirklich schlimm, das Übernatürliche hält sich in erträglichen Grenzen und könnte als Drogenfantasien eventuell auch noch durch gehen.
Mein Fazit von The Armageddon Rag
Ich bin begeistert von diesem Buch. Die Musik von The Nazgûl muss grenzgenial gewesen sein oder eher müßte. Mir haben es auch die Songtextpassagen am Anfang jedes Kapitels angetan, weil ich die meisten erkannt habe. Ich bin zwar kein Kind der 60er und somit kein klassischer Vertreter der Babyboom Generation, aber auch ich stelle mir immer wieder die Frage, ob ich nicht die Ideale und Träume meiner Jugend verraten bzw. verloren habe. Und auch ich mich schmerzt das, genauso wie Sandy. Auch ich erkenne, dass ich mich teilweise in Unwichtigkeiten verloren habe und die wirklich wichtigen Sachen, wie Familie, Freunde, Zeit, Freiheit, zu wenig in mein Leben integriert habe.
Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht, was wirklich wichtig ist in meinem Leben. Und es hat mich dazu gebracht, wieder die alten Platten (jawohl, Schallplatten) rauszukramen und The Doors anzuhören und mich dem kompromisslosen Sound dieser Zeit hinzugeben. Für alle, die auch auf “alte” Musik stehen, nichts gegen Nostalgie haben, ein bissi Übernatürliches nicht schlimm finden und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, könnte The Armageddon Rag ein gutes Buch sein.
erstmals gelesen im August 2009
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