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The Host

6. September 2009 Keine Kommentare Drucken Drucken
Meine Bewertung:
4.0
von 5

von Stephenie Meyer. – Little, Brown Book Group (2. Juli 2009). – Paperback, 624 Seiten. – ISBN-10: 0751540641, ISBN-13: 978-0751540642. – ca. 11,30 EUR. – Sprache: Englisch. – Deutscher Titel: Seelen

Inhalt von The Host

Die Seelen haben Besitz von den Körpern der Menschen auf der Erde genommen. Die Invasion ist fast abgeschlossen, bis auf einen kleinen Widerstand sind alle Menschenkörper mit Seelen besetzt.

“The Wanderer” wird in den Körper von Melanie gesetzt, doch die Übernahme gestaltet sich schwierig, da Melanie nicht aus ihrem Körper verschwinden will und Wanderer fortan von Melanies Gefühlen und Erinnerungen geplagt wird.

Die Erinnerungen sind so stark, dass Wanderer die Gefühle von Melanie für ihren Geliebten Jared und ihren kleinen Bruder Jamie übernimmt und sie vor der Besetzung mit Seelen beschützen will.

Wanderer und Mel machen sich auf die Suche nach den beiden und werden von der Widerstandsgruppe von Mel’s Onkel Jeb aufgegriffen. Diese leben in einem Höhlensystem in der Wüste. Wanderer wird gefangen genommen und entgeht nur durch den Schutz von Onkel Jeb ihrer Ermordung. Jeb ist fasziniert von Wanderer und integriert sie nach und nach in die Gruppe. Die Menschen, die die Seelen abgrundtief hassen, gewöhnen sich langsam an sie. Der Einfachheit halber wird Wanderer nun Wanda genannt. Allerding erkennen nur wenige der Gruppe, dass Wanda kein Monster ist. Nur Jeb, Mel’s Bruder Jamie, der Doc und Ian freunden sich mit ihr an und nur Jamie erkennt, dass Mel noch immer in ihrem Körper neben Wanda existiert.

Jared und ein paar andere können sich lange nicht an Wanda gewöhnen und Wanda entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Aber nach und nach müssen alle erkennen, was für eine wunderbare Seele Wanda ist.

Und auch Wanda verändert sich, sie erkennt, dass die Invasion der Erde ein Fehler war. Schließendlich verrät sie ihre eigene Rasse, um die Menschen, die sie jetzt liebt zu beschützen. Sie ist sogar bereit daür ihr eigenes Leben aufzugeben.

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Review von The Host

Holpriger Anfang
Das sogenanne Erwachsenenbuch von Stephenie Meyer (die Twilight Saga von Meyer ist ansich für Jugendliche geschrieben) beginnt irgendwie seltsam. Man wird in die Geschichte hineingeworfen, als Wanderer in den Körper von Melanie transferiert wird. Da Melanie sich aber nicht dominieren läßt, spricht sie mit Wanderer in ihrem Geist und tormentiert Wanderer mit ihren Gefühlen und Erinnerungen an ihre große Liebe, Jared und ihren kleinen Bruder Jamie.

Man weiß am Anfang der Geschichte nicht, um was es eigentlich gehen wird. Einerseits bezieht man am Anfang ganz klar die Stellung von Melanie. Sie ist ein Mensch und wird von einem Alien versklavt bzw. sollte sie ausgelöscht werden. Man hofft, dass Melanie die Seele los wird und Jared wiederfindet. Aber andererseits ist Wanderer nicht böse. Aus der Sicht der Aliens ist es nur klar verständlich, dass die brutalen gewalttätigen Menschen, die diesen wunderschönen Planeten zugrunderichten, die Erde nicht verdient haben.

Jetzt geht’s los
Die Geschichte geht erst dann richtig los bzw. findet die Story ihren richtigen Rhythmus als Wanda und Mel in die Höhle des Widerstands aufgenommen werden. Man kann beide Seiten verstehen und muss sich bald eingestehen, dass Wanda, dieses wunderbar altruistische Wesen, kein Monster ist.

Spannend zu sehen ist wie diese kleine menschliche Gesellschaft damit kämpft ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren und Wanda als Wesen zu sehen, das ebenfalls Gefühle hat und auch ein Recht zu leben hat.

Wandlung einer Seele
Wanda macht eine interessante Wandlung durch. Seelen sind ansich durchunddurch friedliebende, harmonische, freundliche Wesen, jegliche Gewalt oder Brutaliät ist ihnen fremd. Sie können auch nicht lügen. Wanda, beeinflusst durch Mel, kann aber plötzlich auch Hass, Abneigung und Ärger spüren und sie lügt zum allerersten Mal. Wanda wird immer menschlicher, aber sie ist trotz dieser negativen Gefühle nicht fähig, jemanden anderen etwas Schlechtes zu wollen oder ihm etwas anzutun. Sie bleibt ihrem Wesen treu und rettet sogar die Sucherin, die ihrer neuen menschlichen Familie schaden will. Schließendlich will sie sogar Mel’s Körper frei geben, um Mel ein Leben mit Jared zu ermöglichen, auch wenn das heißt, dass sie auf ihr eigenes Glück verzichten muss und sterben muss.

Jamie tut sich damit am leichtesten. Als Kind, das offen und noch nicht solange von gesellschaftlichen Regeln geprägt ist, ist es für ihn leicht, Wanda UND Melanie zu sehen und beide zu lieben. Bei Jared ist es naturgemäß das genaue Gegenteil, er liebt Melanie und kann nicht akzeptieren, dass Wanda den Körper von Mel gestohlen hat und Mel nicht mehr da ist. Aber auch er erkennt nach und nach, dass Mel noch in im Kopf von Wanda steckt und nach und nach kann er auch Wanda akzeptieren.

Vierecks-Liebesbeziehung
Als sich Ian dann in Wanda verliebt, entsteht eine spannende Dreiecks- bzw. Vierecks-Liebesbeziehung. Zwei Frauen in einem Körper und jede ist in einen anderen Mann verliebt.

Mel und Jared sind ein Paar, schwer verliebt und es besteht eine starke körperliche Anziehungskraft zwischen den beiden. Wanda ist durch die Erinnerungen von Mel ebenfalls in Jared verliebt und ihr – respektive Mel’s Körper – reagiert stark auf Jared. Aber Wanda verliebt sich in Ian, der in ihr aber nicht die starken körperlichen Reaktionen hervorrufen kann wie Jared. Ian liebt sie so sehr, dass er auch das akzeptieren kann, er will nur nicht, dass sie ihn verläßt. Aber Wanda weiß, dass sie ihn in Mel’s Körper nie so lieben kann wie sie möchte.

Am Ende ist auch nicht ganz klar, ob Jared wirklich nur Mel liebt oder ob er sich nicht auch ein bisschen in Wanda verliebt hat. Zu stark sind die Reaktionen, als er das erste Mal Wanda und nicht Mel küsst und zu leicht kommt ihm ein Ich liebe Dich über die Lippen.

Ein bisschen wie Stargate
Die Geschichte ist ab dem Zeitpunkt als Wanda in der Höhle ist, sehr flüssig und eindringlich geschrieben. Das Aufeinanderprallen zweier Kulturen, die nicht unterschiedlicher sein können, ist fesselnd und berührend zugleich. Der Liebesbeziehungstwist ist unerwartet und neu. Zwei Frauen in einem Körper, zwei Männer die jeweils eine andere im Körper der einen lieben ist erfrischend neu und noch nie dagewesen. Der Rest der Geschichte ist aus diversen Filmen und Serien eh bekannt. Ein bisschen wie Stargate mit den Goaults, aber nicht so grauslich, weil die Seelen silbrig glänzen und leuchten und ansich durchundurch gut sind, ein bisschen Endzeit und wie Krieg der Welten.

Mormonischer Einfluss der Autorin
Was ein bisschen mühsam ist, und wohl der mormonischen amerikanischen Herkunft der Autorin zuzuschreiben ist, ist die Vermeidung von Sex und die schon übersteigerte Galanterie der Männer in den Liebesbeziehungen. Ich mein, ehrlich, wenn das Ende der Welt vor der Tür steht, ist es mir als 26jährigen Mann echt egal, ob das letzte Mädl auf der Welt erst 17 ist. Und erst recht, wenn die körperliche Anziehung so stark ist, dass ich es kaum aushalte. Es erscheint mir ein recht altmodisches Frauen- und Weltbild, dass man erst ab 18 Sex haben darf und vermutlich erst wenn man verheiratet ist. War das noch ok in der Twilight Saga, da war der Held ein Vampir, der Anfang des 20. Jahrhunderts geboren war und seine Moral noch aus dieser Zeit hatte, ist es hier irgendwie unangebracht. Es erschließt sich damit auch nicht, warum das jetzt ein Erwachsenenroman sein sollte, es ist eher wieder ein Jugendroman für die amerikanische Jugend, die etwas prüde ist oder zumindest sein sollte.

Trotzdem ist natürlich der Beschützerinstinkt von Ian doch irgendwie romantisch und da ich ja durch und durch romantisch veranlagt bin, stört mich das nicht wirklich.

Das Ende war super, traurig und doch wieder hoffnungsvoll. Ich hab gelesen, es könnte eine Fortsetzung geben, das fände ich interessant, es würden sich viele neue Optionen ergeben. Aber selbst wenn nicht, das Ende ist ein gutes Ende.

Mein Fazit von The Host

The Host ist für Leute, die ansich Aliengeschichten nicht soo mögen, sich aber durchringen können ein weiteres Buch von Stephenie Meyer zu lesen. Für echte Aliengeschichtenfans ist es eher nichts, zu schön, zu altruistisch, zu weichgespült sind die Seelen, zu wenig Action gibt es. Für Leute, die Romantik mögen und auch Happy Ends und ein bisschen SciFi nicht abgeneigt sind, ist ein spannendes lesenwertes Buch.

Und last but not least, bitte wieder auf englisch lesen. Der einfache Stil von Stephenie Meyer verliert viel von seiner Unkompliziertheit und Klarheit auf deutsch und wandert sehr leicht ins Kitschige ab.

erstmals gelesen von 4. bis 5. September 2009



The Host (Taschenbuch)

Von Stephenie Meyer

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