An Echo in the Bone
von Diana Gabaldon. – London: The Orion Publishing Group Ltd, 2010. – Paperback, 814 Seiten. – ISBN-10: 0752898485, ISBN-13: 978-0752898483. – Sprache: englisch. – Deutscher Titel: Echo der Hoffnung.
Inhalt von An Echo in the Bone
Der Unabhänigkeitskrieg ist in Amerika 1777 im vollen Gange. Jamie und Claire entscheiden, diesmal nicht mit Waffen, sondern mit Worten zu kämpfen und wollen daher zusammen mit Ian zurück nach Schottland, um die Druckerpresse aus Edinburgh zu holen und die Familie wieder zu besuchen. Allerdings ist die Reise alles andere als ungefährlich und die drei werden in die Tiefen des Krieges gezogen.
Währenddessen zieht auch Willam, mittlerweile zum Mann geworden, in den Krieg, natürlich auf englischer Seite. Er als auch Lord John sind ebenfalls in geheimdienstlicher Sache unterwegs, was auch sie in gefährliche Situationen bringt.
Brianna und Roger sind mittlerweile mit ihren Kindern im Jahr 1980 nach Lallybroch gezogen und versuchen ihren Alltag im 20. Jahrhundert zu meistern. Aber die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los und die Steine singen immer noch zu den altertümlichen Festtagen.
Review von An Echo in the Bone
Was soll ich sagen, ich schleiche schon den ganzen Tag um den Laptop herum und kann mich nicht so recht entschließen, eine Rezension zu schreiben.
Viel zu viele Cliffhanger
Ich bin enttäuscht und irgendwie aufgebracht. Es hat geheißen, es gibt 7 Bände und dann ist Schluss und jetzt MUSS es einfach einen achten Band geben. An Echo in the Bone hört mit gefühlten 100 Cliffhangern auf!
Keine reine Jamie/Claire Geschichte
Gleich zu Anfang merkt man, dass das Buch nicht nur über Jamie und Claire sein wird. Es beginnt nämlich mit William und Lord Grey und William’s Gespräch mit Brianna, Roger und Jem am Schiff. Und gleich darauf findet man sich wieder im Jahre 1980 bei Roger und Brianna, die mittlerweile in Lallybroch eingezogen sind und Briefe ihrer Eltern gefunden haben, die mit den Worten beginnen: Wir leben. Und dann ist man schon wieder in der Geschichte von Claire und Jamie am Ridge und dem abgebrannten Haus.
Generationenwechsel
Diese Herumspringerei in Zeiten und Schauplätzen ist ja nichts Neues bei Diana Gabaldon, aber irgendwie irritiert es mich in diesem Band schon ein wenig. Auch der Fokus weg von Jamie und Claire hin zu William und Lord John ist irgendwie nicht so leicht zu schlucken.
Aber irgendwie vollzieht sich wohl ein Generationenwechsel, Jamie und Claire sind ja wirklich nicht mehr die jüngsten und ich kann damit trotzallem ganz gut leben. Daher nimmt auch “Young” Ians Geschichte mehr Raum ein, was aber ein vergnügliches Leseabenteuer ist, weil lose vergangene Stränge von Ians Indianerleben zu Ende gebracht werden und er sich verliebt, was logischerweise wieder nicht einfach einfach sein kann, weil Arch Bug hinter ihm her ist und das Mädel eine Quäkerin ist.
Krieg und immer nur Krieg
Der Krieg allerdings, oder eher die qualvoll langatmige Erzählung der Kämpfe und der Alltag an der Front, ist echt fast nicht durchstehbar. Eigentlich hätte man meinen können, dass diese genaue Beschreibung des Unabhängigkeitskriegs schon im letzten Band A Breath of Snow and Ashes abgehandelt worden wäre, aber leider werden auch im siebten Band sehr viele Kriegsschauplätze und historische Figuren am laufenden Band erwähnt und beschrieben. Mein Interesse daran hält sich in geringen Grenzen, obwohl ich den nackigen Benjamin Franklin doch wieder sehr witzig gefunden habe.
Das einzig belebende Element ist, dass man sich gleichzeitig im Lager der Continentals mit Claire, Jamie und Ian auf der einen Seite befindet sowie im Lager der Briten mit William auf der anderen Seite. Wiewohl man zwar Einblicke in den Charakter von William bekommt, zieht sich dieser Teil wie gesagt wie Kaugummi in die Länge. Und die Spionagetätigkeiten von Lord John tragen auch nicht zur Spannung bei, weil sie einfach zu undurchsichtig sind. Einzig halbwegs spannend ist der komische Heiratswunsch von William und Dottie (die Tochter von Lord John’s Bruder und somit Cousine von William).
Back in the 80s
Auch im Leben von Roger und Brianna tut sich nichts wahnsinnig Aufregendes, obwohl ich mitfühlen kann, wie Alienartig sich die beiden wohl vorkommen müssen. Ist die Rückkehr nach einem längeren Auslandsaufenthalt schon nicht leicht, wie schwer muss es dann sein, aus einer anderen Zeit mit so anderen Normen und Werten zu kommen.
Back in Scotland
Aber endlich nach rund 600 Seiten schaffen sie es nach Schottland zurück. Endlich wieder in der Heimat. Das Heimkommen des verlorenen Sohns ist anrührend und schön, auch wenn es schwer getrübt ist von “Old” Ians Krankheit.
Diese Kapitel haben mich schwer mitgenommen. Einerseits die verlorene Zeit, die man nicht miteinander verbringen konnte, andererseits das Abschiednehmen von Freund, Vater, Ehemann. Ich hab durchwegs die ganze Zeit geheult, weil ich so mitfühlen konnte. Es hat so irrsinnig resoniert in mir – wieviel Angst ich davor habe, dass meine Mama oder mein Mann sterben könnten und sie werden es unweigerlich tun und ich werde mich dem stellen müssen…. Es war auf alle Fälle unendlich traurig, das zu lesen. Mein Schatz wusste überhaupt nicht, was los ist, aber er hat mich einfach in die Arme genommen hat und mich getröstet.
Ab jetzt geht alles viel zu schnell
Und dann geht die Story einfach viel zu schnell weiter. Jetzt hätte man sich endlich an das Langsame des Buches gewöhnt, an die unendliche Detailverliebtheit der Autorin und dann zischt alles nur so dahin.
Claire eilt alleine nach Philladelphia um ihr Enkelkind zu operieren und es vor dem Tod zu retten, Jamie bleibt beim sterbenden Ian in Lallybroch. Plötzlich soll Jamie mit dem Schiff nach Amerika untergegangen sein, Claire wird der Rebellion bezichtigt und soll verhaftet werden. Lord John, der ebenfalls in Philladelphia mit William und Dottie weilt, um seinen anderen Neffen zu retten, rettet Claire vor der Verhaftung, indem er sie zur Frau nimmt, da ja Jamie ertrunken sein soll. Dann schlafen die beiden noch miteinander, Jamie taucht wieder auf, William erkennt wer sein Vater ist und Ian entkommt Arch Bug und kommt mit seiner großen Liebe Rachel zusammen. 1980 wird Jem von einem Mitarbeiter von Brianna entführt, angeblich durch die Steine und Roger und Buck, sein zigfacher Großvater, der zufällig durch die Steine ins 20. Jahrhundert gekommen ist, gehen durch die Steine retour um Jem zu finden. Capisce?
Nein? Na macht nix, ich hab es auch fast nicht kapiert. Eigentlich passiert das alles auf den letzten 100 Seiten. Und nichts ist irgendwie ausführlich geschildert. So als meinte Diana Gabaldon die Schilderung der Schlachten sei viel interessanter als das vermeintliche Ableben von Jamie und Claires Reaktion darauf.
Außerdem ist von Anfang an klar, dass Jamie nicht gesunken ist, man liest ja, dass sein Schiff um einen Tag zu früh abgelegt hat und er und Jenny es verpassen. Um es spannender zu machen, hätte sie diese Info eigentlich weg lassen können.
Konfus und abstrus
Auch Claire’s Zustand wird nicht richtig auführlich beschrieben. Ich meine, die Liebe Deines Leben soll gestorben sein, da vergehst Du vor Trauer und Wut und Depression. Und ihre Hilfe als Überbringerin von Post der Rebellen wird in einem Nebensatz abgehandelt, wo doch sonst jeder Sch…, den z.B. William läßt, erörtert wird. Und dann dieser komische Sex zwischen ihr und Lord John. Ich mein, geh bitte. Sie ist in Trauer und will sich fast selbt umbringen und er ist bitte schön schwul und dann sollen die beiden Sex miteinander haben??? Wie blöd ist das denn! Und das alles grad mal ein paar Wochen nach seinem Tod. Logischerweise taucht Jamie wieder auf und nimmt Lord John als angebliche Geisel, weil er von britischen Soldaten verfolgt wird. Zumindest ist das Geständnis von Lord John und Jamie’s Replik witzig:
Lord John: “I have had carnal knowledge of your wife!”
Jamie: “Oh?” said Jamie curiously. “Why?”
Dann kriegt man noch mit, dass Jem gar nicht durch die Steine gegangen ist, sondern in den Tunneln des Kraftwerks eingesperrt wurde, grade halt dort, wo Brianna sowas wie einen Übergang gespürt hat, und es ist grad die richtige Zeit…… uuuiiii!
Und die letzten paar Seiten gehören Ian und Rachel, die sich zu ihm bekennt, weil doch Rollo auch so ein guter Hund ist, obwohl er zum Teil auch Wolf ist.
Ich schließe es wieder mit meinen Anfangsworten. Ich bin enttäuscht und irgendwie aufgebracht. WAS SOLL DAS DENN SEIN?!?!?
Mein Fazit von An Echo in the Bone
Wenn man die vorigen Bände der Saga gelesen hat, dann will man sicher auch An Echo in the Bone lesen. Man sei gewarnt, dass es irgendwie (wieder) nicht nur eine Story über Jamie und Claire ist, sondern über alle in der Familie und ich zähle Lord John auch zur Familie dazu. Es ist 600 Seiten sehr langatmig mit viel zu detaillierten Kriegsberichten und dann überschlagen sich die Ereignisse und man bleibt unbefriedigt mit zuvielen Cliffhangern zurück, die zugegebenmaßen wirklich interessante Perspektiven eröffnen. Man kann für den 8. und hoffentlich letzten Band nur das Beste hoffen.
Gelesen Februar 2010.
|
|




