Shadowplay
von Tad Williams. – Little, Brown Book Group; (6. März 2008). – Paperback, 800 Seiten. – ISBN-10: 1841492949, ISBN-13: 978-1841492940. – ca. 8 EUR. – Sprache: Englisch. – Deutscher Titel: Shadowmarch – Das Spiel. – 2. Teil einer vierteiligen Serie.
Inhalt von Shadowplay
Southmarch, auch Shadowmarch genannt, eines der Marchland Kingdoms liegt direkt an der unheimlichen Shadowline, einer endlosen Nebelgrenze, die den Norden vom Süden trennt und hinter der die Twilight People oder Qar abseits der Menschen leben. Es ist überliefert, dass jeder der die Shadowline übertritt, sofort verrückt wird. Die Shadowline hat sich seit Jahrhunderten nicht verändert und die Menschen lebten ungehindert und unverletzt nahe dieser Grenze.
Doch jetzt scheint sich die ganze Welt zu ändern. Die Shadowline verschiebt sich gegen Süden und die Qar sind auf dem Weg nach Southmarch, um ihr Land wieder zurück zu erobern. Ein Krieg scheint unausweichlich. Alles hängt davon ab, ob ein geheimnisvoller Gegenstand rechtzeitig dem König der Twilight People gebracht wird. Nur dann kann der Krieg verhindert werden und das Leben der Menschen und der Twilight People verschont werden.
Das Leben in Southmarch ist nicht mehr so wie es früher war. König Olin ist immer noch in Gefangenschaft. Seine Tochter Briony ist auf der Flucht vor den Tollys, die den Thron an sich gerissen haben. Sein Sohn Barrick ist mit dem Hauptmann Vanson hinter der Shadowline verloren.
Und der Schlaf der Götter wird immer leichter, bald könnten sie aufwachen.
Review von Shadowplay
Im zweiten Teil der Shadowmarch Saga nimmt die Geschwindigkeit der Handlung zu, einige Handlungsstränge werden zusammengeführt, aber es bleiben immer noch Dinge unklar. (Aber das ist klar, da es erst der zweite Teil einer vierteiligen Geschichte ist).
Briony
Briony, die kleine Prinzessin, die kurzzeitig Regentin von Southmarch war, muss fliehen. Sie wird aus ihrem privilegierten Leben in die kalte hungrige Welt hinausgeworfen. Allerdings wird sie von einer Halbgöttin vor dem Hungertod gerettet und wieder aufgepäppelt. Dann findet sie Anschluss an eine Schauspielertruppe, bei der sie sich als Junge verkleidet. Doch aus unerfindlichen Gründen, vermutlich Verrat, wird sie in Syan wieder verhaftet. Im Gefängnis gibt sie ihre wahre Identität preis.
Irgendwie kann man mit Briony nicht so richtig mitleiden, fast meint man, dass es ihr ganz gut tut, die Welt mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Außerdem halten die Götter oder wer auch immer eh die schützende Hand über sie.
Halbgöttin Lisiya
Die Halbgöttin Lisiya ist aber eine interessante Figur, die Brionys Wissen über die Götter auf den Kopf stellt und ihr erzählt wie die Götter denn so wirklich waren.
Barrick, Vanson und die Sturmlaterne
Barrick will unbedingt in die Schlacht gegen die Schattenwesen ziehen. Briony verpflichtet Hauptmann Vansen dazu auf Barrick aufzupassen und ihn lebend zurückzubringen. Im Kampf wird Barrick in letzter Sekunde verschont und reitet ins Schattenreich hinein. Vansen zögert keinen Augenblich und reitet dem Prinzen hinterher. Dort treffen sie auf das Sturmlicht von Lady Porcupine. Barrick spricht mit Gyir telepathisch, Vansen lernt das später auch. Alle drei werden gefangen genommen und kommen buchstäblich in die Hölle. Im Bergwerk des Halbgottes Jikuyi warten sie auf ihren Tod. Lange Rede kurzer Sinn, zwei von den dreien überleben.
Barrick ist ein seltsamer Charakter. Er ist dauergrantig und tut sich extremst selber leid. Eigentlich mag man ihn nur, weil seine Schwester ihn gern hat und überzeugt ist, dass er ein guter Mensch ist. Außerdem ist seine Traumverbindung zu Quinnitan interessant, obwohl er nicht weiß, wer sie ist.
Vansen ist dafür sehr sympathisch. Er liebt Briony, obwohl er weiß, dass er sie nie haben kann. Sehr romantisch.
Gyir, die Sturmlaterne, ein seltsames Wesen, dessen Gesicht hinter einem Hautlappen versteckt ist und der nur telepathisch kommunizieren kann, ist trotz seiner Andersartigkeit ebenfalls sehr sympathisch. Gyir wiederum weiß, dass er eine überaus wichtige Rolle hat und macht alles, damit der Spiegel zum König kommt, um beide Geschlechter – Qar und Menschen – zu retten.
Halbgott Jikuyi
Barrick, Vansen und Gyir sind Gefangene des Halbgottes Jikuyi. Und der ist grausig. Nicht nur, dass er ein Riese ist, nicht nur, dass seine laute Stimme dich fast umbringt, nicht nur, dass er lauter halb abgehäutete Schädel an seinem Gürtel herum trägt, nein, er will auch noch die Götter aufwecken. Barricks Blut soll das Tor zum Gemach vom Gott Kernios öffnen, damit sich Jikuyi für sein ausgestochenes Auge rächen kann und die Götter unterwerfen kann. Vollkommen klar, ein durchgeknallter, wahnsinniger Riese, der auf Leichen aller Art steht. Brrrrr, grausig, aber cool!
König Olin
König Olin sitzt in Hierosol in Gefangenschaft und freundet sich mit der Tochter des Burgkastellans an. Eines Tages sieht er ein Wäschermädl und meint sie zu kennen. Aber als er mit ihr spricht, scheint es, dass er sich geirrt hat.
König Olin scheint der gütige, extrem gescheite Papa zu sein, der sogar seinen Feinden hilft, sich gegen ihre gemeinsamen Feinde zu wehren.
Quinnitan
Quinnitan ist mit Hilfe eines stummen Pagen vor dem Göttlichen geflohen und versteckt sich ebenfalls in Hierosol. Ganz “erstaunlicherweise” ist sie genau das Wäschermädl von König Olin. Sie wird von einem gemeingefährlichen Söldner des Göttlichen gesucht und auch gefunden.
Diese Geschichte scheint ja noch ziemlich spannend zu werden, auch wenn man immer noch nicht genau weiß, wer sie eigentlich ist. Vielleicht war König Olin untreu?
Der Autarch, der Göttliche, der Goldene
Der Autarch ist vollkommen durchgeknallt. Meist rennt er nackig herum. Er lässt wahllos Leute umbringen, die ihm nicht in den Kram passen. Außerdem will er die uneinnehmbare Stadt Hierosol einnehmen. Wobei es ihm nicht nur um die Stadt geht, sondern der Goldene will König Olin. Warum auch immer.
Lady Merolanna
Die alte Tante von Briony und Barrick ist auf der Suche nach ihrem verloren Sohn. Sie wird von den superkleinen Menschen, die auf den Dächern von Southmarch leben, den Rooftoppers, kontaktiert. Merolanna beschließt in das Kriegslager der Qar zu gehen.
Merolanna ist eine alte drahtige Dame, die befürchtet verrückt zu werden, aber dann doch ihren Augen und ihrer Intuition glaubt. Sie hat ihren Sohn gesehen, auch wenn er immer noch so alt zu sein scheint, wie vor 50 Jahren als sie ihn an die Shadowline verloren hat. Dabei wäre der Junge eh so nah, aber das weiß sie leider nicht.
Mein Fazit von Shadowplay
Shadowplay ist klar nur für Leute, die den ersten Teil Shadowmarch gelesen haben, sonst kennen sie sich überhaupt nicht aus. Sollte einem Shadowmarch nicht sooo gut gefallen haben, wäre die Lektüre von Shadowplay trotzdem zu empfehlen. Die Geschichte wird spannender, flüssiger, schneller und aufschlussreicher. Vor allem die Hintergrundgeschichte der Götter wird klarer und man erkennt, um was es eigentlich gehen könnte. Hat einem Shadowmarch aber sogar nicht gefallen, dann wird diese Meinung Shadowplay auch nicht wirklich ändern können. Ich finde die Serie aber so gut, dass ich mir den dritten Teil “Shadowrise” besorgen werde.
Gelesen im Mai 2011.
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